Die Probenlogistik umfasst den Umgang mit einer Blutprobe von der Entnahme bis zum Labortisch: Lagerung, Verpackung, Transport und Zeitplanung. Analysen haben bestimmte Stabilitätsfenster, und eine Probe, die dieses Zeitfenster verpasst, kann nicht mehr ausgewertet werden.
Die Probenlogistik ist der Teil der Präanalytik, der nach dem Befüllen des Röhrchens stattfindet: wie die Probe gelagert wird, wie sie verpackt wird, wie sie transportiert wird und wie lange das alles dauert.
Der Grund, warum entschieden wird, ob eine Probe zählt, ist die Stabilität. Bei jeder Analyse gibt es ein Zeitfenster, innerhalb dessen die Probe auf dem Labortisch ankommen muss, und manche sind sehr kurz. Verpasst man das, ist der Wert entweder nicht auswertbar oder nur mit einem Vorbehalt, der ihn für das Gespräch, wegen dem der Kunde gekommen ist, unbrauchbar macht.
Die Anforderungen stammen von dem akkreditierten Labor, das die Analysen durchführt, und sind in dessen Präanalytik-Handbuch festgelegt: welches Röhrchen, welches Volumen, ob die Probe vor dem Versand zentrifugiert wird, bei welcher Temperatur sie transportiert wird und die späteste Abgabezeit für jeden Kurierlauf.
Für eine Apotheke bedeutet das in der Praxis, dass Termin- und Kurierzeiten nicht mehr getrennt, sondern als eine Entscheidung betrachtet werden müssen. Wenn man einen Termin mit einem kurzen Stabilitätsfenster bis in den späten Nachmittag eines Tages bucht, an dem die Abholung nur vormittags möglich ist, bleibt die Probe über Nacht liegen – und über Nacht ist meist zu lang.
Die Abläufe sind einfach zu dokumentieren und leicht zu befolgen. Ein benanntes Sammelfenster für jeden Wochentag. Ein festgelegter Ort, an dem die Proben bei der richtigen Temperatur aufbewahrt werden. Verpackungen, die den Transportvorschriften für diagnostische Proben entsprechen. Ein Protokoll darüber, was wann versandt wurde, damit eine Anfrage aus dem Labor drei Tage später auch tatsächlich beantwortet werden kann.
All das gehört in die Standardarbeitsanweisungen der Apotheke und nicht ins Gedächtnis einer einzelnen Person, denn oft ist die Person, die die venöse Blutentnahme durchgeführt hat, nicht dieselbe, die die Schachtel dem Kurier übergibt.
Dieser Glossareintrag enthält allgemeine Informationen zum deutschen Apothekenrecht und zur Apothekenpraxis. Er stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte zu deiner eigenen Apotheke wende dich bitte an deine Landesapothekerkammer.