Diagnostik in der Apotheke

Probenstabilität

In einem Satz

Die Probenstabilität gibt an, wie lange eine Probe nach der Entnahme noch analysierbar bleibt. Dieses Zeitfenster ist für jeden Parameter unterschiedlich und wird durch Zeit, Temperatur, Lichteinwirkung und Handhabung verkürzt; daher stammen die verbindlichen Angaben aus der Laborspezifikation.

Die Probenstabilität gibt an, wie lange das Material im Röhrchen noch ein aussagekräftiges Ergebnis liefert. Eine Probe ist nicht inert. Zellen verstoffwechseln weiter, Proteine bauen sich ab, manche Analyten zersetzen sich unter Lichteinwirkung und andere verändern sich, sobald sich die Probe zu stark erwärmt oder abkühlt. Die Analyse selbst kann perfekt sein und trotzdem einen Wert liefern, der eher die Handhabung als die Person beschreibt – deshalb steht dieses Thema im Mittelpunkt der Präanalytik.

Es gibt keine einheitliche Antwort, da es keinen einheitlichen Zeitrahmen gibt. Jeder Parameter hat seine eigenen Anforderungen, und die Bandbreite dazwischen ist groß. Manche lassen sich problemlos einen Tag oder länger im Kühlschrank aufbewahren, bei anderen muss die Probe kurz nach der Entnahme aufbereitet werden, und einige sind so empfindlich, dass sie nur dann verlässliche Ergebnisse liefern, wenn das Material fast sofort verarbeitet oder eingefroren wird. Vollblut und abgetrenntes Serum oder Plasma verhalten sich wiederum anders, denn solange Zellen und Serum in Kontakt bleiben, wandern weiterhin Substanzen zwischen ihnen hin und her. Deshalb ist ein Testpanel nur so stabil wie seine instabilste Komponente.

Vier Dinge verkürzen das Zeitfenster in der Praxis. Die Zeit ist der offensichtlichste Faktor. Die Temperatur ist der Faktor, bei dem es am häufigsten zu Problemen kommt – und zwar in beide Richtungen –, da sowohl ein Röhrchen, das in der Nähe eines Fensters oder eines Heizkörpers liegen gelassen wurde, als auch ein Röhrchen, das gefroren ist, beschädigt wird. Licht spielt bei einer kleinen Gruppe lichtempfindlicher Parameter eine Rolle. Die Handhabung ist durchweg wichtig, denn ein unsachgemäßer Transport oder eine unsachgemäße Entnahme führt zu Hämolyse, und eine hämolytische Probe kann bei manchen Parametern abgelehnt werden, egal wie schnell sie ankommt.

Für eine Apotheke ist das eigentlich eher eine Planungsfrage als eine Laborfrage. Es geht darum, die Lücke zwischen dem Termin und dem Kurierdienst zu koordinieren; daher werden die Terminzeiten an die Abholzeit angepasst und nicht umgekehrt, und die gesamte Probenlogistik wird rückwärts von der letzten Übergabe des Tages aus geplant. Was auf keinen Fall passieren darf, ist, dass die Apotheke das Zeitfenster selbst einschätzt. Das akkreditierte Labor veröffentlicht für jeden angebotenen Parameter Angaben zu Stabilität, Lagertemperatur und erforderlicher Handhabung, und diese Spezifikation ist die einzige Quelle, die zählt. Wenn der Zeitplan diese Anforderungen nicht erfüllen kann, ist die ehrliche Lösung, den Termin zu verschieben, anstatt die Probe einfach abzuschicken und auf das Beste zu hoffen.

Dieser Glossareintrag enthält allgemeine Informationen zum deutschen Apothekenrecht und zur Apothekenpraxis. Er stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte zu deiner eigenen Apotheke wende dich bitte an deine Landesapothekerkammer.

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