Ein Referenzbereich ist der Wertebereich, den ein Labor für eine gesunde Vergleichsgruppe als üblich angibt. Er gehört zum analysierenden Labor, unterscheidet sich je nach Labor und Methode, und ein Wert außerhalb davon ist keine Diagnose.
Ein Referenzbereich ist die Spanne von Werten, die ein Labor bei einer gesunden Vergleichsgruppe als üblich ansieht – meist die mittleren 95 Prozent dieser Gruppe. Von Natur aus fällt jede zwanzigste gesunde Person außerhalb dieses Bereichs.
Wertebereiche sind nicht allgemeingültig, da sie von der Analysemethode, dem Gerät, den Einheiten und der Referenzpopulation des Labors abhängen. Deshalb kann derselbe Marker in zwei Laboren unterschiedliche Grenzen haben und ein Wert kann nicht einfach von einem Bericht in einen anderen übertragen werden.
Daraus ergibt sich die Grundregel für die Apotheke: Es gilt der Referenzbereich, den das akkreditiertes Labor aufgedruckt hat, das die Analyse durchgeführt hat. Eine Apotheke, die einen Bereich aus einem Lehrbuch oder von einer Website nennt, nennt den falschen Bereich.
Ein sinnvolles Vorgehen am Tresen hat vier Schritte.
Zwei Grenzen gehören zusammen, denn ein einzelner Wert ist keine Diagnose und ein Trend über mehrere Messungen sagt meist mehr aus als eine einzige Zahl. Ein Ergebnis nahe an einem Grenzwert spiegelt oft die Präanalytik wider statt die Biologie – zum Beispiel eine Probe, die zu lange unterwegs war, oder eine Person, die nicht nüchtern war, obwohl sie es hätte sein sollen.
Ein Point-of-Care-Test hat seinen eigenen gerätespezifischen Bereich, was ein weiterer Grund ist, sein Ergebnis nicht direkt mit einem Laborbefund zu vergleichen.
Dieser Glossaressorteil dient als allgemeine Information zum deutschen Apothekenrecht und zur Praxisführung. Er stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte zu deiner eigenen Apotheke wende dich an deine Landesapothekerkammer.