Eine lipämische Probe ist eine Blutprobe, deren Serum oder Plasma trüb oder milchig aussieht, weil sie viele Fettpartikel enthält. Das Labor markiert sie, und bei einigen Analysen sorgt die Trübung dafür, dass kein Ergebnis ausgegeben werden kann.
Eine lipämische Probe ist eine Probe, bei der das Serum oder Plasma nach Abtrennung der Zellen trüb bis milchig statt klar strohgelb aussieht. Die Ursache ist eine hohe Konzentration an triglyceridreichen Partikeln in der Flüssigphase.
Drei alltägliche Situationen führen zu diesem Aussehen in einer Probe:
Das ist der Grund, warum überhaupt nach Nüchternheit gefragt wird. Wenn ein Labor eine nüchterne Probe anfordert, geht es oft weniger um den Messwert selbst, als darum, die Probe auswertbar zu halten.
Wer nach dem Frühstück kommt, hat nichts falsch gemacht, aber der Termin kann zu einer Probe führen, die das Labor nicht vollständig auswerten kann, sodass die Blutabnahme dann wiederholt werden muss. Die Frage nach der Nüchternheit bei der Terminbuchung zu stellen und am Schalter zu bestätigen, kostet nichts und verhindert diese Wiederholung.
Die Trübung stört eine Messung auf zwei Arten. Viele Methoden strahlen Licht durch die Probe, und schwebendes Fett streut dieses Licht, sodass fotometrische Messungen falsche Ergebnisse liefern. Die Partikel nehmen zudem Volumen in der Flüssigphase ein, was Messungen verfälscht, die von einem normalen Wassergehalt ausgehen.
Welche Werte betroffen sind und ab welchem Punkt ein Ergebnis unterdrückt statt mit einem Kommentar ausgegeben wird, hängt vom Analysegerät und der Methode ab. Diese Entscheidung trifft das Labor, das die Trübung als Index misst, statt sie mit dem Auge zu beurteilen.
Für eine Apotheke ist die praktische Konsequenz gering, denn niemand am Schalter begutachtet ein Röhrchen und zieht Schlüsse aus dessen Aussehen. Der Hinweis kommt vom Labor auf dem Befund als technische Beobachtung zur Probe.
Zusammen mit der Hämolyse gehört sie zu den wenigen Befunden, die die Probe statt die Person beschreiben, sodass der Umgang in beiden Fällen derselbe ist. Der Kommentar wird wie geschrieben weitergegeben, die Frage nach der Nüchternheit wird vor jeder geplanten Wiederholung überprüft, und die Erklärung, was eine dauerhaft milchige Probe bedeuten könnte, gehört in die Hände einer Ärztin oder eines Arztes.
In der Präanalytik hat die Apotheke nur drei Dinge selbst in der Hand:
Ein Wert mit dem Hinweis auf Lipämie erfordert besondere Aufmerksamkeit, wenn er nahe an der Grenze des Referenzbereichs liegt, da das Labor damit signalisiert, dass diese Zahl unsicherer ist als üblich.
Dieser Glossaressorteil dient als allgemeine Information zum deutschen Apothekenrecht und zur Praxisführung. Er stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte zu deiner eigenen Apotheke wende dich an deine Landesapothekerkammer.