Eine lipämische Probe ist eine Blutprobe, deren Serum oder Plasma trüb oder milchig aussieht, weil es eine hohe Konzentration an Fettpartikeln enthält. Das Labor kennzeichnet sie entsprechend, und bei einigen Analysen führt die Trübung dazu, dass das Ergebnis nicht ausgewiesen werden kann.
Eine lipämische Probe ist eine Probe, bei der das Serum oder Plasma nach der Zellabtrennung trüb bis milchig aussieht, statt klar und strohgelb. Die Ursache ist eine hohe Konzentration an triglyceridreichen Partikeln, die in der flüssigen Phase schweben. Der häufigste Grund ist ganz alltäglich: Die Person hat kurz vor dem Termin gegessen und eine fetthaltige Mahlzeit zirkuliert noch im Blut. Stoffwechselerkrankungen und bestimmte Medikamente führen zu demselben Erscheinungsbild, und in diesen Fällen hängt es überhaupt nicht von der letzten Mahlzeit ab.
Hier hängt die Probe mit der Nüchternheit zusammen. Wenn ein Labor eine Nüchternprobe verlangt, geht es oft weniger um den Analyten selbst als darum, dass die Probe aussagekräftig bleibt. Wer nach dem Frühstück kommt, hat nichts falsch gemacht, aber bei diesem Termin kann eine Probe entstehen, die das Labor nicht vollständig auswerten kann, und die Entnahme muss dann wiederholt werden. Die Frage nach der Nüchternheit bei der Terminvereinbarung zu stellen und sie am Schalter zu bestätigen, kostet nichts und verhindert diese Wiederholung.
Die Trübung stört die Messung in mehrfacher Hinsicht. Bei vielen Methoden wird Licht durch die Probe geleitet, und schwebendes Fett streut dieses Licht, wodurch sich photometrische Messwerte verschieben. Die Partikel nehmen zudem Volumen in der flüssigen Phase ein, was Messungen verfälscht, die von einem normalen Wassergehalt ausgehen. Welche Analyten davon betroffen sind und ab wann ein Ergebnis unterdrückt statt mit einem Hinweis veröffentlicht wird, hängt vom Analysegerät und der Methode ab. Diese Entscheidung liegt beim Labor, das die Trübung als Index misst, anstatt sie mit bloßem Auge zu beurteilen.
Für eine Apotheke hat das kaum praktische Auswirkungen. Niemand am Schalter begutachtet eine Tube und zieht aus ihrem Aussehen irgendwelche Schlüsse. Die Anmerkung kommt aus dem Labor, steht im Befundbericht und ist eine technische Bemerkung zur Probe. Zusammen mit der Hämolyse gehört sie zu der kleinen Gruppe von Befunden, die eher die Probe als die Person beschreiben, und in beiden Fällen ist die Vorgehensweise dieselbe. Die Anmerkung wird so weitergegeben, wie sie geschrieben wurde, die Frage nach dem Nüchternzustand wird überprüft, bevor eine Wiederholungsuntersuchung veranlasst wird, und jede Erklärung dafür, was eine anhaltend milchige Probe bedeuten könnte, ist Sache eines Arztes.
In der Präanalytik gibt es zwar nur wenige, aber dafür wirksame Hebel. Dazu gehören die Anweisungen bei der Terminvereinbarung, der Zeitpunkt des Termins selbst sowie die umgehende Entnahme und der Transport, damit die Probe das Labor in dem Zustand erreicht, in dem sie entnommen wurde. Ein Befund, der mit dem Vermerk „Lipaämie“ versehen ist, verdient ebenfalls besondere Aufmerksamkeit, wenn er nahe an einer Grenze des Referenzbereichs liegt, denn mit diesem Vermerk weist das Labor darauf hin, dass dieser Wert mit einer zusätzlichen Unsicherheit behaftet ist.
Dieser Glossareintrag enthält allgemeine Informationen zum deutschen Apothekenrecht und zur Apothekenpraxis. Er stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte zu deiner eigenen Apotheke wende dich bitte an deine Landesapothekerkammer.