„Selbsttest oder Labortest“ vergleicht einen im Handel erhältlichen Test mit einer Probe, die in der Apotheke entnommen und in einem akkreditierten Labor analysiert wird. Jeder Test beantwortet eine andere Frage: Der eine ist eng gefasst und liefert sofort Ergebnisse, der andere ist breit angelegt und standardisiert.
„Selbsttest oder Labortest?“ – das ist die Frage, die ein Kunde tatsächlich an der Theke stellt. Auf der einen Seite gibt es einen Test, den man im Regal kauft und zu Hause durchführt. Auf der anderen Seite eine Probe, die in der Apotheke entnommen und in einem akkreditierten Labor analysiert wird. Es handelt sich nicht um konkurrierende Varianten ein und desselben Produkts. Sie beantworten unterschiedliche Fragen, und die sinnvolle Antwort beschreibt genau die Frage, für die der jeweilige Test konzipiert ist.
Ein Selbsttest ist für einen Marker und eine Ja-oder-Nein-Antwort oder einen einzelnen, vor Ort abgelesenen Wert ausgelegt. Er geht schnell, man braucht keinen Termin, und für eine eng gefasste Frage kann er völlig ausreichen. Ein über Monate hinweg zu Hause gemessener Blutzuckerwert ist wirklich aussagekräftig, und es gibt keinen Grund, warum eine Apotheke jemandem ein Produkt ausreden sollte, das zu seiner Frage passt. Was er nicht kann, ist, den Blickwinkel zu erweitern. Er deckt ab, was der Teststreifen oder das Gerät abdeckt, und nichts darüber hinaus.
Eine Laboranalyse basiert auf einer entnommenen Probe und kann aus denselben Röhrchen ein breites Spektrum an Untersuchungen durchführen – deshalb wendet sich ein Kunde, der sich einen Überblick über mehrere Systeme verschaffen möchte, letztendlich an ein Labor. Der zweite Unterschied ist die Standardisierung. Ein Labor wendet seine Methoden im Rahmen eines dokumentierten Qualitätssystems an, nimmt an externen Vergleichstests teil und gibt an, mit welcher Methode jeder Wert ermittelt wurde, zusammen mit dem zu dieser Methode gehörenden Referenzbereich. Dadurch lassen sich ein Wert vom März und ein Wert vom September miteinander vergleichen, vorausgesetzt, beide stammen aus demselben Labor und wurden mit derselben Methode ermittelt. Zwei Selbsttests von verschiedenen Herstellern oder ein Selbsttest, der mit einem Laborwert verglichen wird, lassen sich auf diese Weise nicht auf eine Linie bringen.
Keine der beiden Methoden ist abstrakt betrachtet genauer als die andere, und jeder Anspruch in diese Richtung ist mit Vorsicht zu genießen. Die ehrliche Darstellung ist das Maß, an dem ein Ergebnis gemessen werden kann. Ein Selbsttest liefert heute eine Antwort. Ein standardisierter Laborwert lässt sich neben den letzten und den nächsten Wert stellen. Das Gleiche gilt für einen Schnelltest aus der Apotheke oder einen Point-of-Care-Test auf einem Tischgerät – beide sind von ihrer Konzeption her schnell und wenig aussagekräftig. In jedem Fall übergibt die Apotheke das Ergebnis, und ein Arzt wertet es aus.
Dieser Glossareintrag enthält allgemeine Informationen zum deutschen Apothekenrecht und zur Apothekenpraxis. Er stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte zu deiner eigenen Apotheke wende dich bitte an deine Landesapothekerkammer.