Bei einer Hämolyse platzen rote Blutkörperchen in einer Probe, wodurch deren Inhalt in das Serum oder Plasma gelangt. Dies macht einige Analysen unbrauchbar und passiert meistens bei der Blutabnahme und nicht erst im Labor.
Hämolyse bedeutet, dass rote Blutkörperchen aufgeplatzt sind und ihren Inhalt in das umgebende Serum oder Plasma abgegeben haben. Das Labor bemerkt dies sofort, da sich die Probe rötlich statt strohfarben verfärbt, woraufhin der Grad eingestuft und dokumentiert wird.
Das ist wichtig, weil es kein Schönheitsfehler ist. Substanzen, die in roten Blutkörperchen in viel höherer Konzentration vorkommen als außerhalb, werden sonst zu hoch gemessen. Vor allem Kalium und LDH werden dadurch unbrauchbar, während andere Werte unterschiedlich stark beeinträchtigt werden. Das Labor lehnt die betroffenen Werte entweder ab oder gibt sie mit einem Warnhinweis aus.
Fast jede Hämolyse passiert bei der Blutabnahme – und das ist die gute Nachricht, denn das bedeutet, man kann sie verhindern. Das sind die typischen Ursachen:
Auch die kapillare Blutentnahme hat ihre Tücken. Das Drücken oder Ausstreichen der Fingerspitze, um mehr Blut herauszubekommen, ist die häufigste Ursache für Hämolyse bei einer kapillare Blutentnahme, und genau das passiert, wenn zu wenig Blut fliesst.
Für eine Apotheke hat das ganz konkrete Folgen: Eine hämolysierte Probe bedeutet, dass der Kunde zu einer zweiten venösen Blutabnahme einbestellt werden muss, was Material, Termine und das Vertrauen in den Service kostet.
Vorbeugung ist reine Präanalytik-Disziplin – das heißt die richtige Nadel, vorsichtiges Schwenken, das korrekte Füllvolumen und eine Probenlogistik, die das Röhrchen schnell transportiert.
Dieser Glossaressorteil dient als allgemeine Information zum deutschen Apothekenrecht und zur Praxisführung. Er stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte zu deiner eigenen Apotheke wende dich an deine Landesapothekerkammer.