Die Punktionsstelle ist der Bereich für den Piks in die Fingerkuppe, seitlich statt genau in der Mitte oder an der Spitze. Die richtige Stelle, eine warme Hand und Blut, das ohne Druck fließt, entscheiden darüber, ob die Probe brauchbar ist.
Ein kleiner Piks in die Fingerkuppe wirkt wie der einfachste Teil einer Blutabnahme, doch hier entscheidet die Technik über den Erfolg. Die Punktionsstelle ist die Seite der Fingerkuppe, etwa dort, wo sich die Beere zum Nagel hin wölbt, und nicht die Mitte oder die direkte Spitze. In der Mitte und an der Spitze sitzen die meisten Nervenenden, weshalb ein Piks dort mehr wehtut als nötig, und an stark beanspruchten Händen ist die Haut dort oft auch dicker.
Welcher Finger genommen wird, folgt denselben Überlegungen.
Der Blutfluss an der Fingerkuppe entscheidet über den Rest, und die Reihenfolge dabei ist fest.
Dieser erste Tropfen eignet sich auch am wenigsten für die Laborwerte, weshalb er verworfen statt gesammelt wird.
Der wichtigste Fehler, den du vermeiden solltest, ist das Drücken in den Finger. Das Ausstreichen des Fingers, um Blut herauszupressen, drückt Gewebeflüssigkeit in die Probe und beschädigt dabei rote Blutkörperchen. Genau so kommt eine Kapillarprobe an, die eine Hämolyse und einen unbrauchbaren Kaliumwert aufweist. Verdünntes, hämolytisches Kapillarblut ist der klassische Grund, warum eine kapillare Blutentnahme wiederholt werden muss – und die Wiederholung ist deutlich unangenehmer, als es beim ersten Mal richtig zu machen. Kommt kein Blut, helfen eine wärmere Hand, eine tiefere Handhaltung und ein frischer Einstich an einer anderen Stelle, aber niemals mehr Druck auf den Finger.
Das alles gehört zur Präanalytik vor jeder Analyse und ist schriftlich festgehalten, statt es dem Zufall zu überlassen, damit jeder, der die Blutabnahme durchführt, dieselbe Stelle wählt und denselben Ablauf einhält. Die Hygiene bei der Blutentnahme umfasst die parallelen Vorgaben für dieselben wenigen Minuten – von Handschuhen und Hautdesinfektion bis hin zur Entsorgung der benutzten Lanzette.
Dieser Glossaressorteil dient als allgemeine Information zum deutschen Apothekenrecht und zur Praxisführung. Er stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte zu deiner eigenen Apotheke wende dich an deine Landesapothekerkammer.