Die Liquiditätsplanung gibt einen Überblick über die in den kommenden Monaten zu erwartenden Ein- und Auszahlungen zu den jeweiligen Terminen. Sie gibt Aufschluss darüber, ob das Konto die nächsten Zahlungen abdecken kann – was eine andere Frage ist als die, ob die Apotheke profitabel ist.
Die Liquiditätsplanung ist eine Vorausschau auf die Ein- und Auszahlungen in den nächsten Wochen und Monaten. Sie geht vom aktuellen Kontostand aus, addiert die zu ihren jeweiligen Zahlungsterminen erwarteten Zahlungseingänge, zieht die zu denselben Terminen fälligen Zahlungen ab und überträgt den Schlusssaldo in den folgenden Zeitraum. Die Frage, die sie beantwortet, ist, ob das Konto die fälligen Zahlungen decken wird – was nicht dasselbe ist wie die Frage, ob die Apotheke Gewinn macht.
Selbst eine profitable Apotheke kann mal knapp bei Kasse sein, weil das Ergebnis und der Geldfluss nicht im Gleichklang laufen. Das Betriebsergebnis erfasst einen Anspruch, sobald er entsteht, während sich auf dem Bankkonto erst dann was tut, wenn die Zahlung tatsächlich eingeht. Rechnungen von Großhändlern werden zu den vereinbarten Bedingungen fällig, die Erstattungen für den Rezeptumsatz kommen erst nach der Abrechnung, und der Kassenabschlag wird vor der Überweisung abgezogen und nicht erst danach in Rechnung gestellt.
Ein Apothekenjahr hat wiederkehrende Engpässe, die man im Voraus planen kann. Der Februar ist nach dem Höhepunkt im Dezember und Januar normalerweise eher schwach, während die Fixkosten im Februar unverändert bleiben. Die Termine für die vierteljährlichen Einkommensteuervorauszahlungen und die Gewerbesteuer fallen nach ihrem eigenen Kalender an, unabhängig von den monatlichen Einnahmen. Vor einer Saison oder einer erwarteten Preisänderung werden Lagerbestände aufgebaut, wodurch Geld abfließt, lange bevor es wieder hereinkommt. Urlaubsgeld und Jahresendboni fallen jedes Jahr in denselben Monaten an. Nichts davon ist eine Überraschung, und genau deshalb gehören diese Dinge in einen Plan und nicht in einen Anruf bei der Bank.
Eine Leistung, die beim Termin bezahlt wird, verhält sich in dieser Hinsicht anders als erstattete Umsätze. Das Geld ist am Tag der Leistungserbringung in der Kasse, während die Abrechnungserlöse einschließlich des Packungsfixums erst Wochen später über den Abrechnungsweg eingehen. Die Ausrüstung und die ersten Verbrauchsmaterialien werden hingegen bezahlt, bevor überhaupt ein Termin gebucht wird, sodass der Abfluss im Plan erscheint, bevor irgendein Zufluss stattfindet.
Die betriebswirtschaftliche Auswertung zeigt davon nichts an, da sie das Ergebnis und nicht den Saldo ausweist. Welche Vorauszahlungstermine und -beträge gelten und wie sie im Laufe des Jahres angepasst werden können, hängt von der eigenen Einschätzung der Apotheke ab und sollte vor Beginn des nächsten Quartals mit dem Steuerberater besprochen werden.
Dieser Glossareintrag enthält allgemeine Informationen zum deutschen Apothekenrecht und zur Apothekenpraxis. Er stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte zu deiner eigenen Apotheke wende dich bitte an deine Landesapothekerkammer.