Leistungen und Vergütung

Fixkosten und variable Kosten

In einem Satz

Fixkosten bleiben unabhängig vom Volumen gleich – von Miete und Kernpersonal bis hin zu Software und Abschreibungen. Variable Kosten verändern sich mit jeder verkauften Einheit oder jedem durchgeführten Termin, wie etwa Verbrauchsmaterialien, Laborgebühren und zusätzliche Arbeitsstunden.

Fixkosten sind Kosten, die sich bei Volumenänderungen nicht verändern. Miete, Kernpersonal, Versicherungsprämien, Softwarelizenzen und Geräteabschreibungen fallen in gleicher Höhe an, ob die Apotheke in einer Woche vierhundert oder dreihundert Kunden bedient. Variable Kosten verändern sich mit jeder verkauften Einheit oder jedem Termin, was im Dienstleistungsbereich Verbrauchsmaterialien, Laborgebühren, Kartenzahlungsgebühren und über den normalen Dienstplan hinausgehende Arbeitsstunden bedeutet.

Die Aufteilung hängt vom betrachteten Zeitraum ab. Personalkosten sind über einen Monat fix, da der Dienstplan steht und die Verträge unterzeichnet sind, und werden über ein Jahr teilweise variabel, da Stunden und Personal planbar sind. Deshalb kann dieselbe Kostenart je nach Fragestellung auf beiden Seiten der Bilanz auftauchen und die Personalkostenquote als Verhältnis und nicht als fester oder variabler Posten gelesen werden.

Diese Aufteilung entscheidet, ob sich eine zusätzliche Leistung lohnt. Miete und Kernpersonal werden ohnehin bezahlt, ob das Sprechzimmer an einem Dienstagnachmittag genutzt wird oder leer steht, sodass diese Kosten nicht von der Leistung gedeckt werden müssen. Die relevante Frage sind die variablen Kosten pro Termin – also Verbrauchsmaterialien, Laborgebühren und die Zeit, die sonst woanders verbracht worden wäre –, verglichen mit der tatsächlich erhaltenen Gebühr. Alles, was die Gebühr über diese variablen Kosten hinaus deckt, trägt zum Fixkostenblock und zum Betriebsergebnis bei. Einen Mietanteil auf jeden Termin aufzuschlagen, lässt eine funktionierende Leistung auf dem Papier unrentabel erscheinen.

Zur Orientierung über die Höhe des Fixkostenblocks hat der Treuhand-Verband im März 2024 auf Basis von Daten aus September 2023 vier wissenswerte Zahlen genannt:

  • Personalkosten machen in Einzelapotheken rund 50 Prozent des Rohertrags aus.
  • Personalkosten bleiben in Filialapotheken unter 60 Prozent des Rohertrags.
  • Gesunde Apotheken halten die operativen Gesamtkosten knapp über 80 Prozent des Rohertrags.
  • Schwächerer Apotheken überschreiten 85 Prozent des Rohertrags bei den operativen Gesamtkosten.

Diese Zahlen beschreiben den September 2023 und sind nicht aktuell, sie dienen daher eher als grober Rahmen denn als Ziel.

Die getrennte Betrachtung der beiden Gruppen in der Praxis hängt von der Kontenstruktur in der Betriebswirtschaftlichen Auswertung ab. Wie geteilte Kosten wie Strom oder ein geleastes Gerät zwischen Abgabe und einer neuen Dienstleistung aufgeteilt werden, hängt von den eigenen Umständen der Apotheke ab und gehört vor der ersten Rechnung zum Steuerberater.

Dieser Glossaressorteil dient als allgemeine Information zum deutschen Apothekenrecht und zur Praxisführung. Er stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte zu deiner eigenen Apotheke wende dich an deine Landesapothekerkammer.

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