Leistungen und Vergütung

Stundensatzkalkulation

In einem Satz

Eine Stundensatzkalkulation ermittelt, was eine Stunde Apothekenzeit tatsächlich kostet, sobald Arbeitgeber-Sozialabgaben und bezahlte unproduktive Stunden eingerechnet sind – und was ein Termin demnach einspielen muss, um die benötigten Minuten zu decken.

Eine Stundensatzkalkulation ermittelt, was eine Stunde Apothekenzeit tatsächlich kostet. Dieser Wert zeigt, was ein Termin einbringen muss, bevor etwas übrig bleibt. Ausgangspunkt ist nicht der Lohn, denn die Gesamtkosten einer Stunde setzen sich aus drei Schritten zusammen:

  1. Nimm das Bruttogehalt der Person, die den Termin durchführt.
  2. Addiere die für dieses Gehalt anfallenden Arbeitgeber-Sozialabgaben.
  3. Teile das Ergebnis durch die tatsächlich verfügbaren Stunden statt durch die vertraglich vereinbarten, da Urlaub, Feiertage, Krankheit und Fortbildungen bezahlt werden, aber keine Produktivität erzeugen.

Dasselbe Bruttogehalt führt somit zu deutlich höheren Kosten pro Stunde, als es der Lohnzettel vermuten lässt. Deshalb wird die Personalkostenquote mit dem Rohertrag verglichen und der Umsatz je Mitarbeiter ist für diese spezifische Fragestellung nur ein grober Anhaltspunkt.

Die zweite Hälfte der Berechnung betrifft die Zeit. Einem Termin wird gewöhnlich nur die Dauer der eigentlichen Behandlung zugerechnet, was den kürzesten Teil ausmacht. Eine ehrliche Rechnung muss jedoch alles andere einschließen:

  • Die Buchung und die Erinnerung kosten das Team Zeit, bevor überhaupt jemand eintrifft.
  • Das Vorbereiten des Raums und der Materialien geschieht vor Beginn der Behandlung.
  • Das Gespräch vor und nach der Behandlung gehört ebenfalls dazu.
  • Dokumentation und Beschriftung beanspruchen Minuten, die sonst niemand misst.
  • Das Verpacken der Probe und die Übergabe an den Kurier kosten weitere Minuten.
  • Die Besprechung des Ergebnisses nach Eintreffen bildet den letzten Teil des Termins.

Zehn produktive Minuten machen leicht einen Teil von fünfunddreißig bezahlten aus. Multipliziert man die tatsächliche Minutenzahl mit den anteiligen Stundenkosten, erhält man die Personalkosten für einen Termin, und genau dieser Wert gehört in jede andere Berechnung, die die Apotheke für diese Dienstleistung anstellt.

Zwei regulierte Gebühren sind nützliche Orientierungspunkte, da sie den Preis für Apothekenleistungen offen beziffern. Die pharmazeutische Dienstleistung mit dem offiziellen Namen Standardisierte Risikoerfassung hoher Blutdruck wird mit 11,20 Euro netto vergütet – ein Betrag, der zwischen Kostenträgern und Apotheken ausgehandelt wurde und verhandelbar bleibt. Die Gebühr für Apothekenimpfungen steigt ab September 2026 von 10,68 Euro auf 11,00 Euro; auch hierbei handelt es sich um einen ausgehandelten Satz, der neu verhandelt wird. Die Details zu letzterer sind unter Impfhonorar erläutert, und keine dieser Gebühren dient als Richtwert für andere Leistungen.

Die Basis dafür bilden die apotheken eigenen Werte wie Bruttogehälter, die anfallenden Lohnnebenkosten, die tatsächlich verfügbaren Stunden und eine ehrliche Stoppuhr bei einigen Terminen. Sobald die Personalkosten pro Termin feststehen, verwendet die Preisuntergrenze diesen Wert direkt als niedrigsten Preis, zu dem die Dienstleistung angeboten werden kann.

Dieser Glossaressorteil dient als allgemeine Information zum deutschen Apothekenrecht und zur Praxisführung. Er stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte zu deiner eigenen Apotheke wende dich an deine Landesapothekerkammer.

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