Diagnostik in der Apotheke

Reaktives Testergebnis

In einem Satz

Ein „reaktives Testergebnis“ bedeutet, dass ein Screening-Test positiv ausgefallen ist. Es ist ein Hinweis auf die Notwendigkeit einer Bestätigung, keine Diagnose, und in der Apotheke wird es am Schalter eher ausgehändigt als erklärt.

Screening-Tests sind so konzipiert, dass sie möglichst wenig übersehen; daher reagieren sie auch auf Proben, die bei einem zweiten, spezifischeren Test negativ ausfallen. Deshalb wird das Ergebnis als „reaktiv“ und nicht als „positiv“ bezeichnet. Die Wortwahl ist bewusst gewählt, und die richtige Verwendung dieses Begriffs macht den Unterschied zwischen einem ruhigen Gespräch und einem verängstigten Kunden aus.

Für ein Apotheken-Team ergeben sich daraus drei Dinge.

Erstens wird ein reaktives Ergebnis niemals als Befund mitgeteilt. Einen Wert laut vorzulesen, ihn als gut oder schlecht zu bezeichnen oder eine Erkrankung zu benennen, geht über den Rahmen einer Beratung hinaus und wird zur Diagnose – was nicht die Aufgabe einer Apotheke ist. In der „Aufklärung und Einwilligung“, die der Kunde vor der Blutentnahme unterschrieben hat, ist festgelegt, was mit der Probe geschieht, und deren Auswertung steht nicht auf dieser Liste.

Zweitens spielt der Zeitpunkt der Probenentnahme eine Rolle. Ein positives Ergebnis kann ein echtes Frühsignal sein – oder es kann an der diagnostischen Lücke liegen, die dir zu schaffen macht, weil die Probe zu früh nach der Exposition entnommen wurde, als dass das Ergebnis zuverlässig wäre. So oder so ist die Lösung der Bestätigungstest, und das akkreditierte Labor, das das Ergebnis erstellt hat, gibt an, um welchen es sich handelt.

Drittens muss die Übergabe schriftlich festgehalten werden, bevor sie nötig wird. Dieser schriftliche Ablauf ist der Eskalationspfad, und ein einziger Satz in der Standardarbeitsanweisung, der mit dem kooperierenden Arzt abgestimmt wurde, reicht aus. Darin sollte stehen, wer in welcher Reihenfolge und wie schnell informiert wird und was genau der Kunde zu hören bekommt, damit niemand vor einer Warteschlange improvisieren muss.

Es ist hilfreich zu wissen, wie der Befund überhaupt an den Schalter gelangt. Ein Laborbericht vermerkt einen Wert, der außerhalb des Referenzbereichs liegt, und stuft den Befund bei einem Screening-Test als „reaktiv“ statt als „positiv“ ein. Die Apotheke leitet dieses Dokument unverändert weiter und nennt den Arzt, der den nächsten Schritt veranlasst.

Was der Kunde zu hören bekommt, kann kurz sein – und je kürzer, desto besser. Der Test hat eine Reaktion gezeigt, das ist aber noch kein Ergebnis; es ist ein zweiter Test nötig, bevor man etwas sagen kann, und hier ist die Person, die das organisiert. Mehr als diese vier Punkte muss am Schalter nicht gesagt werden.

Dieser Glossareintrag enthält allgemeine Informationen zum deutschen Apothekenrecht und zur Apothekenpraxis. Er stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte zu deiner eigenen Apotheke wende dich bitte an deine Landesapothekerkammer.

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