Leistungen und Bezahlung

Medikationsanalyse

In einem Satz

Eine Medikationsanalyse ist eine strukturierte Überprüfung aller Medikamente, die eine Person einnimmt – sowohl verschreibungspflichtige als auch rezeptfreie –, um Wechselwirkungen, Doppelverschreibungen, Dosierungsprobleme und die Einhaltung der Einnahme zu ermitteln. Das Ergebnis ist ein dokumentierter Bericht, und der Arzt entscheidet über eventuelle Änderungen.

Eine Medikationsanalyse ist eine strukturierte Überprüfung aller Medikamente, die eine Person tatsächlich einnimmt. Dazu gehören die Verschreibungen aller beteiligten Ärzte, rezeptfreie Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, die selten erwähnt werden, es sei denn, jemand fragt danach. Der Apotheker geht die zusammengestellte Liste durch und achtet dabei auf Wechselwirkungen zwischen den Wirkstoffen, auf denselben Wirkstoff, der unter zwei verschiedenen Markennamen doppelt vorkommt, auf Dosierungen, die für die Person vor ihm nicht mehr geeignet sind, und auf Abweichungen zwischen dem, was verschrieben wurde, und dem, was zu Hause tatsächlich eingenommen wird.

Das entscheidende Merkmal ist, dass es sich hierbei um eine einmalige Überprüfung der aktuellen Medikation handelt. Dabei entstehen zwei Dinge: ein dokumentierter Bericht und ein Gespräch mit der Person über die Ergebnisse der Überprüfung. Wenn etwas nicht in Ordnung zu sein scheint, wird der Befund festgehalten und an den verschreibenden Arzt weitergeleitet. Die Entscheidung, ein Medikament zu ändern, abzusetzen oder zu ersetzen, liegt beim Arzt, und nichts in einer Medikationsanalyse verschiebt diese Grenze. Der Beitrag der Apotheke besteht in einem übersichtlichen Überblick über die gesamte Medikation – eine Sichtweise, die in der Regel kein einzelner verschreibender Arzt hat. Die Wiederholung der Überprüfung und die langfristige Begleitung der Person sind ein anderes Vorhaben, das unter „Medikationsmanagement“ beschrieben wird.

Manchmal gehören Laborwerte zu den Eingabedaten. Ein Wert, der die Nierenfunktion beschreibt, oder ein Wert, der überwacht wird, weil ein bestimmtes Medikament eine Überwachung erfordert, beeinflusst die Dosierungsangabe. Wenn ein solcher Wert vorliegt – weil die Person einen Brief aus der Praxis oder ein Ergebnis einer von der Apotheke erbrachten Leistung mitgebracht hat –, ist dies eine Information, die der Apotheker einsehen und im Bericht vermerken kann. Er wird am Schalter nicht klinisch interpretiert, und die darauf folgende Verschreibungsentscheidung bleibt beim Arzt.

Praktisch gesehen ist die Überprüfung eine pharmazeutische Dienstleistung mit festgelegten Bedingungen, wer sie durchführen darf, wer Anspruch darauf hat und wie sie dokumentiert wird – und genau diese Dokumentation ist entscheidend für die Abrechnung über einen Sonderbeleg. Am meisten profitieren davon Menschen mit Polymedikation, bei denen allein schon die Anzahl der Wirkstoffe eine Überschneidung wahrscheinlich macht. Zwei praktische Voraussetzungen entscheiden darüber, ob die Überprüfung überhaupt funktioniert: ein Termin, der lang genug ist, um die gesamte Liste ohne Unterbrechung durchzugehen, und ein privater Raum, in dem die Person bereit ist, alles zu nennen, was sie einnimmt.

Dieser Glossareintrag enthält allgemeine Informationen zum deutschen Apothekenrecht und zur Apothekenpraxis. Er stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte zu deiner eigenen Apotheke wende dich bitte an deine Landesapothekerkammer.

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