Eine Medikationsanalyse ist eine strukturierte Überprüfung aller eingenommenen Präparate, sowohl verschreibungspflichtiger als auch rezeptfreier, im Hinblick auf Wechselwirkungen, Doppelverordnungen, Dosierungsprobleme und die richtige Anwendung. Sie endet mit einem dokumentierten Bericht, und der Arzt entscheidet über mögliche Änderungen.
Eine Medikationsanalyse ist eine strukturierte Überprüfung von allem, was eine Person tatsächlich einnimmt. Das umfasst die Verordnungen aller beteiligten Ärzte, rezeptfreie Medikamente sowie Nahrungsergänzungsmittel, die oft erst auf Nachfrage genannt werden.
Der Apotheker geht die zusammengestellte Liste durch und achtet auf vier Dinge:
Das entscheidende Merkmal ist, dass es sich um eine einmalige Bestandsaufnahme der Medikamente zum aktuellen Stand handelt. Sie führt zu zwei Dingen: einem dokumentierten Bericht und einem Gespräch mit der Person über die Ergebnisse.
Wenn etwas nicht stimmt, wird der Befund aufgeschrieben und an den Arzt geschickt. Die Entscheidung, ein Medikament zu wechseln, abzusetzen oder zu ersetzen, liegt beim Arzt, und daran ändert eine Medikationsanalyse nichts. Die Apotheke liefert stattdessen eine geordnete Übersicht über die gesamte Medikation, die ein einzelner Arzt meistens so nicht hat. Die Wiederholung der Überprüfung und die langfristige Begleitung der Person ist eine andere Aufgabe, die unter Medikationsmanagement beschrieben wird.
Laborwerte gehören manchmal zu den Grundlagen, da ein Wert zur Nierenfunktion oder ein im Rahmen einer bestimmten Therapie überwachter Wert beeinflusst, wie eine Dosis zu beurteilen ist.
Liegt ein solcher Wert vor – etwa weil die Person einen Arztbrief oder das Ergebnis eines Apotheken-Services mitgebracht hat –, kann der Apotheker ihn einsehen und im Bericht vermerken. Er wird vor Ort nicht klinisch interpretiert, und die Entscheidung über die Verordnung verbleibt beim Arzt.
In der Umsetzung ist die Überprüfung eine pharmazeutische Dienstleistung mit klaren Bedingungen dazu, wer sie erbringen darf, wer Anspruch darauf hat und wie sie dokumentiert wird. Die Dokumentation ist auch die Grundlage für die Abrechnung über einen Sonderbeleg. Am meisten profitieren davon Personen mit Polymedikation, bei denen allein die Anzahl der Wirkstoffe Überschneidungen wahrscheinlich macht.
Zwei praktische Voraussetzungen entscheiden darüber, ob die Überprüfung gelingt:
Dieser Glossaressorteil dient als allgemeine Information zum deutschen Apothekenrecht und zur Praxisführung. Er stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte zu deiner eigenen Apotheke wende dich an deine Landesapothekerkammer.