Aufgaben und Schulungen

Arzneimittelsicherheit

In einem Satz

Die Arzneimitteltherapiesicherheit, meist abgekürzt als AMTS, zielt darauf ab, die Einnahme von Medikamenten über den gesamten Prozess – von der Verschreibung bis zur Einnahme – so sicher wie möglich zu gestalten. Die Apotheke spielt dabei eine wichtige Rolle.

Die Arzneimitteltherapiesicherheit, kurz AMTS, ist das übergeordnete Konzept, dass ein Medikament auf seinem gesamten Weg so sicher wie möglich sein sollte. Dieser Weg reicht von der Verschreibungsentscheidung über die Abgabe, die Beratung und die Verpackung bis hin zu dem Moment, in dem jemand zu Hause die Tablette einnimmt – oder vergisst, sie einzunehmen. Jeder dieser Schritte kann für sich genommen fehlschlagen, und die meisten vermeidbaren Schäden entstehen eher durch ganz gewöhnliche Probleme bei der Übergabe als durch irgendetwas Außergewöhnliches.

Die Apotheke übernimmt dabei einen bestimmten und begrenzten Teil. Die Wechselwirkungsprüfung ist der sichtbare Teil, und sie ist wertvoller, als es den Anschein hat, denn sie ist die einzige Prüfung, die anhand einer Liste und nicht anhand eines einzelnen Rezepts durchgeführt wird. Das strukturelle Risiko im deutschen Gesundheitswesen besteht darin, dass mehrere verschreibende Ärzte dieselbe Person behandeln, ohne die Listen der anderen zu sehen. Ein Hausarzt, ein Facharzt und ein Entlassungsbrief aus dem Krankenhaus können jeweils für sich genommen einwandfrei sein und dennoch zu einer Doppelverschreibung oder einer Wechselwirkung führen, für die niemand verantwortlich ist. Die Apotheke ist oft der einzige Ort, an dem all das an einem Ort zusammenläuft – weshalb die Medikamentenüberprüfung überhaupt hier stattfindet.

Zwei alltägliche Praktiken tragen den Großteil der Last. Die erste ist das Nachfragen, denn eine Liste ist nur so gut wie die rezeptfreien Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, die die Person für nicht erwähnenswert hielt. Die zweite ist die Dokumentation, denn eine Feststellung, die nur im Gedächtnis bleibt, kann nicht weiterverfolgt, später verglichen oder an einen Kollegen weitergegeben werden. Schriftliche Verfahren sind aus demselben Grund wichtig, und eine Standardarbeitsanweisung sorgt dafür, dass eine Kontrolle nicht davon abhängt, welcher Mitarbeiter gerade Dienst hat.

Wenn ein Laborwert relevant ist, ist das eine weitere Information, die der Apotheker sehen, notieren und weitergeben kann – aber nichts, was die Apotheke interpretiert oder worauf sie mit einer Anpassung der Therapie reagiert. Jede Änderung der Medikation ist die Entscheidung des Arztes. In der Praxis konkretisiert sich AMTS als „Medikationsanalyse“, wenn eine Liste einmalig überprüft wird, als „Medikationsmanagement“, wenn die Überprüfung wiederholt wird, und es ist besonders wichtig für Menschen mit Polymedikation, bei denen die schiere Anzahl der Wirkstoffe die Wahrscheinlichkeit einer unbemerkten Überschneidung erhöht.

Dieser Glossareintrag enthält allgemeine Informationen zum deutschen Apothekenrecht und zur Apothekenpraxis. Er stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte zu deiner eigenen Apotheke wende dich bitte an deine Landesapothekerkammer.

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