Die interne Qualitätskontrolle ist die routinemäßige Messung von Kontrollproben mit bekannten Sollwerten auf dem eigenen Gerät der Apotheke, die nach einem von der Apotheke festgelegten Zeitplan durchgeführt wird, um sicherzustellen, dass das Gerät und die aktuelle Reagenziencharge weiterhin korrekte Messergebnisse liefern.
Die interne Qualitätskontrolle, oft abgekürzt als IQK, ist der Teil der Qualitätssicherung, den eine Apotheke an ihren eigenen Geräten nach eigenem Zeitplan und ohne Einbeziehung externer Personen durchführt. Dabei wird ein Kontrollmaterial mit einem bekannten Sollwert und einem zulässigen Bereich genau wie eine Kundenprobe auf dem Gerät gemessen, und der Messwert wird mit diesem Bereich verglichen und notiert.
Was ein Kontrollergebnis aussagt, ist begrenzter, als es zunächst den Anschein hat. Eine Kontrolle innerhalb ihres Bereichs besagt lediglich, dass das Gerät, die aktuelle Reagenziencharge und die bedienende Person zu diesem Zeitpunkt einen korrekten Wert für dieses Kontrollmaterial ermittelt haben. Es sagt nichts über die danach gemessene Probe aus und überhaupt nichts über den Kunden. Ein Gerät kann jede Kontrolle bestehen und trotzdem einen unbrauchbaren Wert liefern, weil die Probe hämolytisch, falsch beschriftet oder unsachgemäß behandelt wurde – deshalb ersetzt die Kontrollarbeit niemals eine sorgfältige Präanalytik.
Der Zeitplan ist genauso wichtig wie die Maßnahme selbst. Üblich ist eine Kontrollmessung bei jedem neuen Reagenz oder jeder neuen Teststreifencharge, nach Wartungsarbeiten oder Reparaturen, wann immer Zweifel an den Lagerbedingungen bestehen, sowie in festgelegten Abständen während des normalen Betriebs, wobei der Abstand der Gebrauchsanweisung entnommen wird. Was auch immer die Apotheke festlegt, wird in ihre Standardarbeitsanweisung aufgenommen, damit die Regel nicht davon abhängt, wer gerade Dienst hat.
Eine fehlgeschlagene Kontrolle ist eher ein Stopp als eine Notiz. Das Gerät wird für diesen Parameter außer Betrieb genommen, bis die Ursache gefunden ist. Die üblichen Ursachen sind abgelaufenes oder unsachgemäß gelagertes Kontrollmaterial, eine falsch gehandhabte neue Charge, ein Gerät, das gereinigt oder kalibriert werden muss, oder ein echter Defekt. Die seit der letzten erfolgreichen Kontrolle gemessenen Werte werden dann überprüft, und falls einem Kunden bereits eine Kontrolle ausgestellt wurde, muss die Apotheke ehrlich entscheiden, ob sie diese Person erneut einladen soll.
Interne Kontrolle ist nicht dasselbe wie ein externer Vergleich. Bei einem Ringversuch kommt eine unbekannte Probe von außen, und das Ergebnis der Apotheke wird mit denen anderer Teilnehmer verglichen – das ist also eher ein Abgleich mit der Außenwelt als mit dem Gerät vom Vortag. Beides gehört zur schriftlichen Qualitätssicherung, neben den betrieblichen Pflichten der MPBetreibV. Bei einem Point-of-Care-Test übernimmt die Apotheke diese Arbeit selbst, während ein akkreditiertes Labor dieselbe Vorgehensweise in weitaus größerem Umfang im Rahmen seiner Akkreditierung durchführt.
Dieser Glossareintrag enthält allgemeine Informationen zum deutschen Apothekenrecht und zur Apothekenpraxis. Er stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte zu deiner eigenen Apotheke wende dich bitte an deine Landesapothekerkammer.