Ein Serum-Gel-Röhrchen ist ein Blutentnahmeröhrchen, das einen Gerinnungsaktivator und ein Trenngel enthält. Nachdem die Probe geronnen und zentrifugiert wurde, setzt sich das Gel zwischen den Zellen und dem Serum ab und hält die beiden voneinander getrennt.
Ein Serum-Gel-Röhrchen ist ein Entnahmeröhrchen, das speziell für Serum und nicht für Plasma entwickelt wurde. Es enthält kein Antikoagulans, da diese Probe gerinnen soll, und verfügt stattdessen über einen Gerinnungsaktivator an der Röhrchenwand sowie ein Gel, dessen Dichte zwischen der der Blutzellen und der des Serums liegt. Während der Zentrifugation bewegt sich das Gel und setzt sich zwischen den beiden Phasen ab, wodurch eine physikalische Barriere entsteht, die das Serum bis zur Analyse vom Gerinnsel fernhält.
Es geht vor allem um den Ablauf, den eine Apotheke verstehen muss – mehr noch als um das Röhrchen selbst. Die Probe wird entnommen und gemäß den Angaben des Herstellers auf den Kopf gestellt. Anschließend steht sie aufrecht und ungestört, bis die Gerinnung abgeschlossen ist. Erst dann wird sie zentrifugiert, und erst während dieses Zentrifugiervorgangs bildet sich die Gelbarriere. Vor dem Zentrifugieren gibt es überhaupt keine Barriere, daher ist ein auf einem Tisch stehendes Röhrchen immer noch eine Probe, die mit ihren eigenen Zellen in Kontakt steht, und sie verändert sich ständig. Das ist der eigentliche Grund, warum der Röhrchentyp zur Präanalytik gehört und nicht zur Analyse.
Für eine Apotheke ohne Zentrifuge hat das direkte praktische Auswirkungen. Die Apotheke übernimmt die Entnahme und das Mischen, und das Labor übernimmt die Serumgewinnung, sobald das Röhrchen dort eintrifft. Was die Apotheke dazwischen kontrolliert, sind die Lagerung, die Temperatur und vor allem die Zeit, denn erst das vom Labor vorgegebene Zeitfenster zwischen Entnahme und Zentrifugation macht das Ergebnis verwertbar. Unvorsichtige Handhabung in diesem Zeitfenster, kräftiges Mischen oder eine durchgeschüttelte Transportbox sind ebenfalls häufige Ursachen für eine Hämolyse, die das Gel nicht mehr rückgängig machen kann, sobald sie einmal eingetreten ist.
Die Wahl des Röhrchentypes trifft das Labor, nicht die Apotheke und auch nicht der Kunde. Manche Parameter sind nur für Serum ohne Gel validiert, da das Gel bestimmte Substanzen binden oder eine spätere Ergänzung des Auftrags beeinträchtigen kann, während andere Plasma und ein ganz anderes Röhrchen erfordern. Das Labor legt das in seinem eigenen Handbuch fest, zusammen mit der Abfüllreihenfolge, dem Mindestvolumen und dem maximalen Zeitabstand vor der Zentrifugation. Eine Apotheke fragt vor dem ersten Termin nach diesem Dokument und orientiert sich daran statt an der Röhrchenfarbe.
Dieser Glossareintrag enthält allgemeine Informationen zum deutschen Apothekenrecht und zur Apothekenpraxis. Er stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte zu deiner eigenen Apotheke wende dich bitte an deine Landesapothekerkammer.