Diagnostik in der Apotheke

PCR

In einem Satz

PCR steht für Polymerase-Kettenreaktion. Dabei wird ein bestimmtes Stück genetischen Materials so oft kopiert, bis genug davon vorhanden ist, um es nachzuweisen. Deshalb kann man damit einen Erreger schon dann nachweisen, wenn die vorhandene Menge noch sehr gering ist.

Kunden fragen namentlich nach einer PCR, womit sie in der Regel meinen, dass sie die genaue Methode wollen. Eine hilfreiche Antwort beschreibt, was die Methode leistet, anstatt einfach zuzustimmen, dass sie besser ist.

Bei einer PCR wird nach dem genetischen Material des Erregers selbst gesucht. Das ist ein direkter Befund, und deshalb kann die Methode eine Infektion frühzeitig erkennen, noch bevor der Körper als Reaktion darauf etwas Messbares gebildet hat. Ein Antikörpertest macht das Gegenteil und sucht nach der Reaktion des Körpers, deren Auftreten jedoch Zeit braucht. Die beiden Verfahren beantworten daher unterschiedliche Fragen und haben unterschiedliche Zeitfenster, sodass keines von beiden einfach das bessere ist. Unter „diagnostische Lücke“ erfährst du, was dieses Zeitfenster in der Praxis bedeutet.

Zwei Einschränkungen gehören in denselben Satz. Ein PCR-Test beweist nur, dass das Material vorhanden ist – nicht, dass die Person krank ist, und auch nicht, dass sie noch ansteckend ist. Und ein PCR-Test ist nur so gut wie die Probe, von der er ausgeht; daher liefert ein Abstrich, der mit zu geringem Kontakt entnommen wurde, ein sauberes, eindeutiges und nutzloses negatives Ergebnis.

Für eine Apotheke kommt es darauf an, wo die Analyse stattfindet. Eine PCR ist eine Laboruntersuchung und wird an ein akkreditiertes Labor geschickt, im Gegensatz zu einem Point-of-Care-Test, der sofort ein Ergebnis liefert. Dieser Unterschied entscheidet darüber, wie lange das Team angeben sollte, dass es dauert, bis ein Ergebnis vorliegt, und er entscheidet auch darüber, wer erklären darf, was das Ergebnis bedeutet.

Die Handhabungsregeln rund um diese Methode sind genau die, die eine Apotheke tatsächlich kontrolliert. Jede PCR-Probe enthält ein Transportmedium und ein festgelegtes Zeitfenster – beides fällt in den Bereich der Präanalytik und nicht in den der Analyse –, und eine Probe, die austrocknet oder zu spät eintrifft, ist kein schwaches Ergebnis, sondern gar kein Ergebnis.

Ein Satz reicht aus, um das Gespräch am Schalter abzuhandeln. Ein PCR-Test sucht nach dem Erreger selbst, während ein Antikörpertest nach der Reaktion des Körpers darauf sucht. Die richtige Wahl hängt also eher davon ab, wann die Probe entnommen wird, als davon, welcher Test besser klingt. Wenn ein Kunde auf einem PCR-Test für eine Frage besteht, die ein PCR-Test nicht beantworten kann, ist die ehrliche Antwort, ihm zu sagen, welcher Test die Frage beantwortet.

Dieser Glossareintrag enthält allgemeine Informationen zum deutschen Apothekenrecht und zur Apothekenpraxis. Er stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte zu deiner eigenen Apotheke wende dich bitte an deine Landesapothekerkammer.

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