Diagnostik in der Apotheke

Abstrich

In einem Satz

Ein Abstrich sammelt Material von einer Körperoberfläche, meistens dem Rachen oder der Nase, mit einem Tupfer. Ob die Probe brauchbar ist, entscheidet sich fast ausschließlich daran, wie sie abgenommen wird und wie schnell sie das Labor erreicht.

Ein Abstrich sieht nach der einfachsten Probenahme aus, die es gibt – und genau deshalb geht dabei so viel schief. Drei Handgriffe entscheiden darüber, ob das entnommene Material überhaupt verwendbar ist, und alle drei gehören zur Präanalytik und nicht zur eigentlichen Analyse:

  1. Der Kontakt ist entscheidend, denn ein Abstrich, der ohne Druck über eine Oberfläche gewischt wird, sammelt zu wenig Material, und das Ergebnis von zu viel weniger Material ist schlicht kein Ergebnis.
  2. Das Medium ist als Nächstes wichtig, denn zu jedem Abstrich gehört das passende Transportröhrchen. Landet der Abstrich im falschen oder gar in keinem Röhrchen, trocknet er aus.
  3. Das Timing ist der letzte Punkt, da die Transportfenster kurz sind und vom Labor vorgegeben werden. Ein Abstrich, der freitags spät abgenommen wird und erst am Montag die Apotheke verlässt, führt meist zu einem unbrauchbaren Ergebnis.

Die Grenzen dessen, was eine Apotheke mit einem Abstrich tun darf, lassen sich klar benennen:

  • Eine Apotheke darf die Probe entnehmen und einen Point-of-Care-Test durchführen, sofern dieser erlaubt ist.
  • Zu sagen, was das Ergebnis für die Person bedeutet, ist Sache des Arztes.
  • Ob ein bestimmter Abstrich eine apothekenübliche Dienstleistung oder mehr ist, hängt vom Test und dem Rahmen ab. Das wird immer vorab geprüft.

Auch der Abstrich muss wie jede andere Probe gekennzeichnet und weitergeleitet werden. Das Röhrchen wird direkt bei der Entnahme beschriftet und nicht erst später am Tisch. Danach gilt dieselbe Probenlogistik wie für ein Blutröhrchen: gleicher Transport, gleiche Temperaturvorgaben und lückenlose Dokumentation darüber, wer die Probe wann verpackt hat. Ein Abstrich ohne lesbares Etikett wird wie gar keine Probe behandelt, und das Labor lehnt ihn zu Recht ab.

Eine einfache Gewohnheit verhindert die meiste Verschwendung: Lies das vom Labor vorgegebene Transportfenster, bevor du den Termin anbietest, und nicht erst nach der Probenahme. Die letzte Abholung des Tages ist für diesen Service der eigentliche Feierabend. Verpasst eine Probe den Kurier, bedeutet das einen neuen Termin und Erklärungsbedarf statt eines verzögerten Ergebnisses.

Dieser Glossaressorteil dient als allgemeine Information zum deutschen Apothekenrecht und zur Praxisführung. Er stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte zu deiner eigenen Apotheke wende dich an deine Landesapothekerkammer.

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