Bei einem Abstrich wird mit einem Tupfer Material von einer Körperoberfläche entnommen, meistens aus dem Rachen oder der Nase. Ob die Probe brauchbar ist, hängt fast ausschließlich davon ab, wie sie entnommen wird und wie schnell sie ins Labor gelangt.
Ein Abstrich scheint die einfachste Probenentnahme überhaupt zu sein – und genau deshalb geht dabei oft etwas schief. Drei Details bei der Handhabung entscheiden über das Ergebnis, und alle drei liegen in der Präanalytik und nicht in der Analyse.
Der erste Punkt ist der Kontakt. Ein Tupfer, der ohne Druck über eine Oberfläche gewischt wird, nimmt zu wenig Material auf, und ein Ergebnis aus zu wenig Material ist kein Ergebnis. Der zweite Punkt ist das Transportmedium. Jeder Tupfertyp hat sein eigenes Transportröhrchen, und ein Tupfer, der in das falsche Röhrchen oder gar in kein Röhrchen gesteckt wird, trocknet aus. Der dritte Punkt ist die Zeit. Die Transportfristen sind kurz und werden vom Labor angegeben; daher ist ein Abstrich, der spät am Freitag entnommen wird und erst am Montag aus der Apotheke verschickt wird, meist ein vergeblicher Termin.
Zwei Grenzen sollten klar herausgestellt werden. Eine Apotheke darf zwar eine Probe entnehmen und, sofern zulässig, einen Point-of-Care-Test durchführen, aber die Deutung des Ergebnisses ist Aufgabe eines Arztes. Und ob ein bestimmter Abstrich eine „apothekenübliche Dienstleistung“ ist oder darüber hinausgeht, hängt vom Test und dem Kontext ab – daher wird dies vor dem Angebot geprüft und nicht erst danach.
Der Abstrich muss ebenso wie jede andere Probe identifiziert und weitergeleitet werden. Das Röhrchen wird bereits am Entnahmestandort etikettiert und nicht erst später am Schreibtisch; anschließend durchläuft es denselben Probenlogistikprozess wie ein Blutröhrchen – mit derselben Übergabe, denselben Temperaturanforderungen und denselben Aufzeichnungen darüber, wer es wann verpackt hat. Ein Abstrich, der ohne lesbares Etikett eintrifft, wird so behandelt, als wäre gar keine Probe vorhanden, und das Labor lehnt ihn zu Recht ab.
Eine Gewohnheit verhindert den Großteil der Verschwendung. Lies dir das vom Labor angegebene Transportfenster durch, bevor du einen Termin vereinbarst – und nicht erst, nachdem die Probe entnommen wurde –, und betrachte die letzte Entnahme des Tages als die eigentliche Schließzeit für diesen Service. Eine Probe, die den Kurier verpasst, bedeutet kein verspätetes Ergebnis, sondern einen erneuten Termin und ein Gespräch über eine Rückerstattung.
Dieser Glossareintrag enthält allgemeine Informationen zum deutschen Apothekenrecht und zur Apothekenpraxis. Er stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte zu deiner eigenen Apotheke wende dich bitte an deine Landesapothekerkammer.