Ein Botendienst bringt Medikamente von der Apotheke direkt zu dir nach Hause. Das ist ein Lieferservice mit eigenen Regeln und hat nichts damit zu tun, wie Blutproben ins Labor kommen.
Ein Botendienst ist die Lieferung von Medikamenten durch die abgebende Apotheke direkt zum Kunden, anstatt sie im Laden abzuholen. Während der Pandemie wurde dies zur Routine und ist seither ein fester Bestandteil des normalen Service geblieben.
Damit sind Pflichten verbunden, die ein normaler Kurierdienst nicht hat:
Es gehört wegen einer oft auftretenden Verwechslung in ein Diagnose-Glossar. Ein Botendienst ist kein Probenbzw. Warentransport. Blut, das eine Apotheke verlässt, um ein Labor zu erreichen, folgt den Regeln der Probenlogistik – mit eigenen Verpackungsanforderungen, Stabilitätszeitfenstern und Übergabedokumenten, die vom empfangenden Labor vorgegeben werden. Werden beide Dienste gleichgesetzt oder dieselbe Person ohne separate Anweisung für beides eingesetzt, verfehlen Proben ihr Zeitfenster.
Die beiden unterscheiden sich auch wirtschaftlich: Ein Botendienst ist Teil des Arzneimittelgeschäfts, während ein privat bezahlter Bluttest eine apothekenübliche Dienstleistung darstellt und eine pharmazeutische Dienstleistung wiederum separat finanziert wird. Drei Kanäle bedeuten drei Regelwerke für ein Team.
Was speziell die ApoVWG angeht, so befasste sich die Reform mit den Notdienstregelungen und der Zuschlagsstruktur zu deren Finanzierung, nicht jedoch mit den Liefervorschriften. Wer als Apotheke ein Diagnoseangebot aufbauen möchte, sollte den Probenstransport von Anfang an als eigenständigen Prozess einplanen, anstatt anzunehmen, dass eine bestehende Lieferung diesen einfach mitmachen kann.
Dieser Glossaressorteil dient als allgemeine Information zum deutschen Apothekenrecht und zur Praxisführung. Er stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte zu deiner eigenen Apotheke wende dich an deine Landesapothekerkammer.