Diagnostik in der Apotheke

Antibiogramm

In einem Satz

Ein Antibiogramm testet einen bereits bekannten Erreger gegen verschiedene Antibiotika, um zu zeigen, welche davon noch gegen ihn wirken. Es klärt die Frage der Behandlung und nicht, worum es sich bei der Infektion handelt.

Ein Antibiogramm ist der zweite Schritt im Labor, denn die Arbeit folgt einer festen Reihenfolge:

  1. Das Labor bestimmt zuerst den Erreger in der Probe, wodurch klar wird, was die Infektion verursacht hat.
  2. Danach wird dieser Erreger gegen eine Reihe von Antibiotika getestet, um zu sehen, welche ihn noch stoppen können.

Das sind zwei verschiedene Fragen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten beantwortet werden. Resistenzen sind der Grund, warum es den zweiten Schritt überhaupt gibt, denn das naheliegende Mittel wirkt oft nicht mehr zuverlässig. Bei einer Probe lässt sich das nur herausfinden, indem man die Kandidaten direkt dagegen testet – weshalb man das Ergebnis nicht einfach allein am Namen des Erregers ablesen kann.

Der Zeitrahmen ergibt sich aus der Methode, da erst etwas wachsen muss, bevor man etwas ablesen kann. Ein Antibiogramm dauert daher Tage statt Minuten und ist niemals ein Point-of-Care-Test. Wenn Kunden am Tresen fragen, warum das Ergebnis noch nicht da ist, lautet die ehrliche Antwort, dass eine Kultur ihre Zeit zum Wachsen braucht und sich daran auch durch Druck nichts ändern lässt.

Alles, was vor dem Labor passiert, entscheidet oft über den Erfolg: Eine warme Urinprobe lässt falsche Erreger wachsen, während ein ausgetrockneter Abstrich gar nichts liefert. Das Ergebnis hängt daher von der Präanalytik und Probenlogistik ab und nicht nur von der Analyse selbst. Das akkreditierte Labor gibt für jeden Probentyp Behälter, Temperatur und Transportzeit genau vor, und daran gibt es nichts zu rütteln.

Die Grenze ist hier ziemlich klar, denn ein Antibiogramm beschreibt lediglich, was unter Laborbedingungen in einer Petrischale passiert ist. Welches Antibiotikum du in welcher Dosis und wie lange einnehmen solltest, ist eine ärztliche Entscheidung, die auch von dir persönlich abhängt – deshalb gehört der Bericht in ärztliche Hände. Ein Apothekenteam kann erklären, wofür der Bericht da ist und warum das Warten nötig war, aber eine konkrete Empfehlung daraus abzulesen, ist Aufgabe der Ärztin oder des Arztes.

Dieser Glossaressorteil dient als allgemeine Information zum deutschen Apothekenrecht und zur Praxisführung. Er stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte zu deiner eigenen Apotheke wende dich an deine Landesapothekerkammer.

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