Gesundheit
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Impfungen in der Apotheke 2026 und was sie von der Blutdiagnostik unterscheidet

Impfen und Blutabnahme sind zwei verschiedene Aufgaben der Apotheke mit jeweils eigener Schulung und eigenen Regeln. Dieser Beitrag erklärt, was Apotheken 2026 tun können und wie die neue ApoVWG-Blutabnahme dazu passt.
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Verfasst von
Noah Petermann
Veröffentlicht am
23. Juli 2026

In der öffentlichen Diskussion werden Impfen und Blutdiagnostik oft in einen Topf geworfen. Für die Apotheke sind es zwei getrennte Leistungen mit jeweils eigener Schulung, Rechtsgrundlage und Routine. Dieser Beitrag sortiert beide Themen verständlich ein.

Dürfen Apotheken 2026 impfen?

Ja. Im Rahmen der geltenden Regeln können entsprechend geschulte Apotheker bestimmte Impfungen anbieten. Das Impfen ist eine eigene, klar abgegrenzte Fähigkeit. Es ist rechtlich und fachlich unabhängig von der venösen Blutabnahme, die durch das Apothekenreformgesetz (ApoVWG) neu geregelt wurde.

Wer impft, braucht die dafür vorgesehene Schulung und muss die jeweiligen fachlichen und organisatorischen Bedingungen erfüllen. Welche Impfungen in deiner Apotheke möglich sind, hängt von den geltenden Regeln und deiner Apothekerkammer ab. Prüfe den aktuellen Stand mit deiner Kammer, bevor du ein Angebot aufbaust.

Ist Impfen dasselbe wie die neue Blutabnahme in der Apotheke?

Nein. Es sind zwei verschiedene Leistungen mit jeweils eigener Schulung. Das Impfen erfordert eine impfspezifische Schulung. Die venöse Blutabnahme ist über die ApoVWG geregelt und erfordert eine eigene ärztlich geleitete Schulung. Wer das eine darf, darf nicht automatisch auch das andere.

Die ApoVWG ist am 2. Juli 2026 in Kraft getreten. Sie erlaubt approbierten Apothekern die Entnahme von venösem Blut nach ärztlich geleiteter Schulung. Dafür erarbeiten die Bundesapothekerkammer und die Bundesärztekammer ein Mustercurriculum, das spätestens bis zum 2. November 2026 vorliegen soll. Das Impfen ist davon nicht betroffen und bleibt eine eigenständige Qualifikation.

Worin unterscheiden sich Impfen und Blutabnahme in der Apotheke?

Beide Leistungen nutzen eine Nadel an der Haut, verfolgen aber unterschiedliche Ziele und basieren auf verschiedenen Schulungen. Das Impfen bringt einen Impfstoff in den Körper. Die Blutabnahme entnimmt eine Probe für die Labordiagnostik. Schulung, Rechtsgrundlage und Ablauf sind jeweils eigenständig.

Impfen und Blutabnahme in der Apotheke im Vergleich
Funktion Impfung Blutabnahme
Zweck Verabreichung eines Impfstoffs (Vorsorge) Entnahme einer Blutprobe für die Labordiagnostik
Schulung Eigene impfspezifische Schulung Ärztlich geleitete Schulung nach Mustercurriculum (ApoVWG)
Wer darf das tun Entsprechend geschulte Apotheker Approbierte Apotheker nach Schulung; PTAs nach aktuellem Stand nicht vorgesehen
Ergebnis Schutz, dokumentiert im Impfausweis Ein Laborbericht als Grundlage für die ärztliche Beurteilung

Die Übersicht oben fasst das Wichtigste zusammen. Sie ersetzt keine verbindlichen Vorgaben deiner Landesapothekerkammer, hilft dir aber dabei, die beiden Themen im Team klar auseinanderzuhalten.

Braucht man eine Weiterbildung fürs Impfen bei einer Blutabnahme oder umgekehrt?

Nein, die beiden Qualifikationen sind nicht übertragbar. Eine Impfschulung berechtigt nicht zur venösen Blutabnahme, und die Schulung zur Blutabnahme berechtigt nicht zum Impfen. Wer beides anbieten möchte, muss jede Fähigkeit einzeln erwerben und nachweisen.

Auch bei der venösen Blutabnahme spielt die Berufsgruppe eine Rolle. Derzeit ist die venöse Blutabnahme nach der ärztlich geleiteten Ausbildung zugelassenen Apothekern vorbehalten. Für Apothekenassistenten ist sie bislang nicht vorgesehen. Kapillarmessungen, zum Beispiel mit etablierten Systemen wie Tasso+, sind hingegen bereits heute im Rahmen bestehender Angebote möglich und erfordern keine venöse Ausbildung.

Ist Blutdiagnostik dasselbe wie das Angebot von Aniva?

Aniva ist eine Diagnostik-Infrastruktur, die Apotheken bei Bluttests unterstützt. Aniva ist ausdrücklich kein Impfanbieter. Das Impfen ist eine eigene Leistung und liegt außerhalb dessen, was eine Diagnostik-Infrastruktur abdeckt. Du solltest die beiden Themen im Angebot deiner Apotheke klar voneinander trennen.

Für die Blutdiagnostik gilt: Ein einzelner Blutwert ist noch keine Diagnose. Er gehört in ärztliche Hände und dient als Grundlage für eine ärztliche Beurteilung. Apotheken können solche Messungen anbieten und die Ergebnisse verständlich erklären. Die Diagnose und die Entscheidung über die Behandlung bleiben jedoch Aufgabe des Arztes. Wie der gesamte Ablauf aussieht, erfährst du auf unserer Diagnostik-Seite.

Wie bereite ich mein Team auf die neue Blutabnahme vor?

Halte Impfen und Blutabnahme erst mal sauber auseinander. Prüfe dann, welche Berufsgruppe welche Leistung erbringen darf, und plane die Schulung frühzeitig. Organisatorische Vorbereitungen wie Räume, Hygiene und Abläufe lassen sich jetzt schon angehen, ganz unabhängig vom finalen Modulcurriculum.

  1. Behandle Impf- und Blutabnahme-Angebote im Team als zwei getrennte Bereiche mit jeweils eigenen Fähigkeiten.
  2. Kläre, wer im Team qualifiziert ist und nach einer Schulung die Blutabnahme übernehmen kann.
  3. Frage bei deiner Apothekerkammer nach dem aktuellen Stand von Schulungen und Mustercurriculum; das Mustercurriculum soll spätestens zum 2. November 2026 vorliegen.
  4. Schau dir kapillare Messungen an, die schon heute ohne Schulung für die venöse Blutabnahme als niedrigschwelliger Einstieg möglich sind.
  5. Bereite die Räume, ein Hygienekonzept und den Ablauf vor, damit der Start nach der Schulung reibungslos verläuft.

Häufig gestellte Fragen

Ist Aniva ein Impfanbieter?

Nein. Aniva ist eine Diagnoseinfrastruktur für Bluttests in Apotheken und ausdrücklich kein Impfanbieter. Impfen ist eine ganz eigene, separate Fähigkeit. Wenn deine Apotheke sowohl Impfungen als auch Blutdiagnostik anbieten möchte, sind das zwei unabhängige Angebote mit jeweils eigenen Anforderungen.

Dürfen PTAs in der Apotheke impfen oder Blut abnehmen?

Für die venöse Blutabnahme sind nach aktuellem Stand der ApoVWG keine PTAs vorgesehen; sie bleibt approbierten Apothekern nach ärztlich geleiteter Schulung vorbehalten. Das Impfen hat eigene Regeln und erfordert eine eigene Befähigung. Kläre die konkreten Aufgaben in deinem Team am besten mit deiner Apothekerkammer.

Brauche ich eine separate Schulung für das Impfen und für die Blutabnahme?

Ja. Die Qualifikationen sind nicht übertragbar. Eine Impfschulung berechtigt nicht zur venösen Blutabnahme und die Schulung zur Blutabnahme berechtigt nicht zum Impfen. Grundlage für die Blutabnahme ist das ärztlich geleitete Mustercurriculum im Rahmen der ApoVWG.

Kann ich Blutdiagnostik ohne Impfen anbieten?

Ja. Die beiden Leistungen sind unabhängig voneinander. Deine Apotheke kann Blutdiagnostik anbieten, ohne Impfungen im Programm zu haben, und umgekehrt. Für kapillare Messungen ist zudem keine venöse Schulung nötig; diese sind im Rahmen bestehender Angebote schon heute möglich.

Ersetzt ein Blutwert in der Apotheke den Arztbesuch?

Nein. Ein einzelner Blutwert ist keine Diagnose und gehört in ärztliche Hände. Die Apotheke kann messen, Ergebnisse verständlich erklären und bei auffälligen Werten auf einen Arztcheck hinweisen. Die Diagnose und Behandlung bleiben Arztsache.

Begriffe schnell erklärt

  • Das ApoVWG ist das Apothekenreformgesetz, das seit dem 2. Juli 2026 in Kraft ist und unter anderem die venöse Blutabnahme durch approbierte Apotheker nach einer ärztlich geleiteten Schulung regelt.
  • Mustercurriculum nennt sich der von der Bundesapothekerkammer und der Bundesärztekammer erarbeitete Schulungsrahmen für die venöse Blutabnahme, der spätestens am 2. November 2026 vorliegen soll.
  • Venöse Blutabnahme bedeutet die Entnahme von Blut aus einer Vene, die das ApoVWG approbierten Apothekerinnen und Apothekern nach einer ärztlich geleiteten Schulung erlaubt.
  • Kapillare Messung ist ein niedrigschwelliger Weg, Blut aus Kapillaren zu gewinnen, zum Beispiel mit Systemen wie Tasso+, was keine venöse Schulung erfordert und schon heute möglich ist.
  • Approbation ist die staatliche Zulassung zur Ausübung des Apothekerberufs, an die das ApoVWG das Recht zur venösen Blutabnahme knüpft.

Quellen

Für Apotheken

Aniva liefert die komplette Blutdiagnostik-Infrastruktur für die lokale Apotheke: Labor, ärztliche Auswertung, App-Bericht und Logistik. Erfahre mehr unter Aniva für Apotheken und im Beitrag ApoVWG-Leitfaden.

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