Gesundheit
5
 Min. Lesezeit

Impfungen in der Apotheke im Jahr 2026 und wie sie sich von der Blutdiagnostik unterscheiden

Impfen und Blutabnahme sind zwei getrennte apothekenbezogene Leistungen, für die jeweils eigene Schulungen und Vorschriften gelten. In diesem Beitrag wird erklärt, was Apotheken im Jahr 2026 tun dürfen und wie Blutabnahme die neue Blutabnahme darin Blutabnahme .
Titelbild Blogbeitrag
Geschrieben von
Noah Petermann
Veröffentlicht am
23. Juli 2026

Impfungen und Blutuntersuchungen werden in der öffentlichen Debatte oft in einen Topf geworfen. Für die Apotheke sind das zwei getrennte Leistungen, jede mit eigener Ausbildung, eigenen rechtlichen Rahmenbedingungen und eigenen Abläufen. Dieser Beitrag erklärt beides in einfachen Worten.

Dürfen Apotheken 2026 Impfungen durchführen?

Ja. Im Rahmen festgelegter Regeln dürfen entsprechend ausgebildete Apotheker bestimmte Impfungen durchführen. Das Impfen ist eine eigenständige, klar abgegrenzte Tätigkeit. Es ist rechtlich und fachlich von der venösen Blutabnahme getrennt, Blutabnahme durch das Apothekenreformgesetz (ApoVWG) neu geregelt wurde.

Wer impft, muss die dafür vorgesehene Schulung absolvieren und die entsprechenden fachlichen und organisatorischen Voraussetzungen erfüllen. Welche Impfungen in deiner Apotheke möglich sind, hängt von den geltenden Vorschriften und deiner Apothekerkammer ab. Erkundige dich bei deiner Kammer nach dem aktuellen Stand, bevor du ein Angebot aufbaust.

Ist eine Impfung dasselbe wie die neue Blutabnahme der Apotheke?

Nein. Es handelt sich um zwei verschiedene Tätigkeiten, für die jeweils eine eigene Schulung erforderlich ist. Für das Impfen ist die impfspezifische Schulung nötig. Die venöse Blutabnahme wird durch das ApoVWG geregelt und erfordert eine eigene, von einem Arzt geleitete Schulung. Die Berechtigung zur Ausübung der einen Tätigkeit bedeutet nicht automatisch, dass man auch die andere ausüben darf.

Das ApoVWG ist seit dem 2. Juli 2026 in Kraft. Es erlaubt zugelassenen Apothekern, nach einer ärztlich geleiteten Schulung venöses Blut zu entnehmen. Für diese Schulung erarbeiten die Bundesapothekerkammer und die Bundesärztekammer derzeit einen Musterlehrplan, der spätestens am 2. November 2026 fertig sein soll. Das Impfen ist davon nicht betroffen und bleibt eine eigenständige Tätigkeit.

Wie unterscheiden sich Impfungen und Blutabnahme der Apotheke?

Bei beiden Verfahren wird die Haut mit einer Nadel punktiert, aber sie dienen unterschiedlichen Zwecken und basieren auf unterschiedlichen Ausbildungsinhalten. Bei einer Impfung wird ein Impfstoff in den Körper eingebracht. Bei Blutabnahme eine Probe für die Labordiagnostik Blutabnahme . Ausbildung, Rechtsgrundlage und Ablauf sind jeweils unterschiedlich.

Impfung und Blutabnahme der Apotheke im Vergleich
Funktion Impfung Blutabnahme
Zweck Eine Impfung verabreichen (Vorbeugung) Entnimm eine Blutprobe für die Labordiagnostik
Training Eine eigene, auf Impfungen spezialisierte Schulung Von Ärzten geleitete Ausbildung nach dem Modelllehrplan (ApoVWG)
Wer darf das tun? Entsprechend ausgebildete Apotheker Ausgebildete Apotheker mit Zulassung; PTAs sind derzeit nicht geplant
Ergebnis Schutz, im Impfpass vermerkt Ein Laborbericht als Grundlage für die Beurteilung durch einen Arzt

Die obige Übersicht fasst die wichtigsten Punkte zusammen. Sie ersetzt zwar nicht die verbindlichen Leitlinien eurer Apothekerkammer, hilft aber dabei, die beiden Themen im Team klar voneinander abzugrenzen.

Brauchst du eine Impfkompetenz für Blutabnahme oder ist es umgekehrt?

Nein, die beiden Fähigkeiten sind nicht miteinander kombinierbar. Eine Impfschulung berechtigt dich nicht zur venösen Blutabnahme, und die Blutabnahme berechtigt dich nicht zum Impfen. Wer beides anbieten möchte, muss jede Fähigkeit separat erwerben und nachweisen.

Auch bei der venösen Blutabnahme spielt die Berufsgruppe eine Rolle. Derzeit ist die venöse Blutentnahme zugelassenen Apothekern vorbehalten, die eine ärztliche Schulung absolviert haben. Für Apothekenassistenten ist das bisher nicht vorgesehen. Kapillarmessungen, zum Beispiel mit etablierten Systemen wie Tasso+, sind dagegen bereits heute im Rahmen bestehender Angebote möglich und erfordern keine Schulung für die venöse Blutentnahme.

Ist die Blutdiagnostik dasselbe wie das Aniva ?

Aniva eine Diagnostikinfrastruktur, die Apotheken bei Blutuntersuchungen unterstützt. Aniva ausdrücklich kein Anbieter von Impfungen. Das Impfen ist eine eigenständige Tätigkeit und fällt nicht in den Aufgabenbereich einer Diagnostikinfrastruktur. Du solltest diese beiden Bereiche im Angebot deiner Apotheke klar voneinander trennen.

Bei der Blutdiagnostik gilt: Ein einzelner Blutwert ist keine Diagnose. Er gehört in die Hände eines Arztes und dient als Grundlage für dessen Beurteilung. Apotheken können solche Messungen anbieten und die Ergebnisse verständlich erklären. Die Entscheidung über Diagnose und Behandlung bleibt jedoch Aufgabe des Arztes. Auf unserer Diagnostik-Seite kannst du sehen, wie der gesamte Ablauf funktioniert.

Wie bereite ich mein Team auf die neue Blutabnahme vor?

Trenne zunächst die Blutabnahme „Impfung“ und Blutabnahme klar voneinander. Prüfe dann, welche Berufsgruppe welche Leistung erbringen darf, und plane die Schulungen frühzeitig. Organisatorische Vorbereitungen wie Räume, Hygiene und Abläufe können bereits jetzt in Angriff genommen werden, unabhängig vom endgültigen Modelllehrplan.

  1. Behandle die Blutabnahme „Impfung“ und Blutabnahme im Team als separate Bereiche, für die jeweils eigene Kompetenzen erforderlich sind.
  2. Kläre, wer im Team eine Zulassung hat und Blutabnahme der Schulung die venöse Blutabnahme durchführen darf.
  3. Erkundige dich bei deiner Apothekerkammer nach dem aktuellen Stand der Ausbildung und dem Musterlehrplan; der Musterlehrplan sollte spätestens am 2. November 2026 vorliegen.
  4. Betrachte die kapillaren Messungen, die bereits heute ohne venöse Schulung möglich sind, als niederschwelligen Einstieg.
  5. Bereite die Räume, ein Hygienekonzept und die Arbeitsabläufe vor, damit der Start nach der Schulung reibungslos verläuft.

Häufig gestellte Fragen

Ist Aniva Anbieter von Impfungen?

Nein. Aniva eine Diagnoseplattform für Blutuntersuchungen in Apotheken und ausdrücklich kein Impfdienstleister. Das Impfen ist eine eigenständige, separate Kompetenz. Wenn deine Apotheke sowohl Impfungen als auch Blutuntersuchungen anbieten möchte, handelt es sich dabei um zwei unabhängige Angebote, für die jeweils eigene Voraussetzungen gelten.

Dürfen PTAs in der Apotheke Impfungen verabreichen oder Blut abnehmen?

Für die venöse Blutabnahme sind nach der aktuellen Fassung der ApoVWG keine PTAs vorgesehen; diese bleibt zugelassenen Apothekern vorbehalten, die eine ärztlich geleitete Schulung absolviert haben. Für Impfungen gelten eigene Regeln und es sind eigene Fachkenntnisse erforderlich. Kläre die konkreten Rollen in deinem Team mit deiner Apothekerkammer ab.

Brauche ich eine separate Schulung für Impfungen und für Blutabnahme?

Ja. Die Qualifikationen sind nicht übertragbar. Eine Impfschulung berechtigt dich nicht zur venösen Blutabnahme, und die Blutabnahme berechtigt dich nicht zum Impfen. Für die Blutabnahme bildet der ärztlich geleitete Modelllehrplan gemäß ApoVWG die Grundlage.

Kann ich Blutuntersuchungen anbieten, ohne zu impfen?

Ja. Die beiden Dienstleistungen sind voneinander unabhängig. Deine Apotheke kann Blutuntersuchungen anbieten, ohne dass Impfungen im Programm enthalten sind, und umgekehrt. Für Kapillarmessungen ist ebenfalls keine venöse Schulung erforderlich; sie sind bereits heute im Rahmen der bestehenden Angebote möglich.

Ersetzt eine Blutuntersuchung in der Apotheke einen Arztbesuch?

Nein. Ein einzelner Blutwert ist keine Diagnose und gehört in die Hände eines Arztes. Die Apotheke kann den Wert messen, die Ergebnisse verständlich erklären und auf eine ärztliche Untersuchung hinweisen, wenn ein Wert auffällig erscheint. Die Entscheidung über Diagnose und Behandlung bleibt jedoch Aufgabe des Arztes.

Begriffe kurz erklärt

  • Das ApoVWG ist das Apothekenreformgesetz, das seit dem 2. Juli 2026 in Kraft ist und unter anderem die venöse Blutabnahme zugelassene Apotheker nach einer ärztlich geleiteten Ausbildung regelt.
  • Der Modelllehrplan ist der von der Bundesapothekerkammer und der Bundesärztekammer erarbeitete Ausbildungsrahmen für die venöse Blutabnahme, der spätestens am 2. November 2026 fertig sein soll.
  • Bei Blutabnahme venösen Blutabnahme wird Blut aus einer Vene entnommen. Die ApoVWG erlaubt zugelassenen Apothekern, diese nach einer von einem Arzt geleiteten Schulung durchzuführen.
  • Die Kapillarmessung ist eine unkomplizierte Methode, Blut aus den Kapillaren zu entnehmen, zum Beispiel mit Systemen wie Tasso+, für die keine venöse Schulung nötig ist und die schon heute möglich ist.
  • Die Zulassung (Approbation) ist die staatliche Genehmigung zur Ausübung des Apothekerberufs, an die gemäß dem ApoVWG das Recht zur venösen Blutabnahme geknüpft Blutabnahme .

Quellen

Für Apotheken

Aniva die komplette Infrastruktur für die Blutdiagnostik in der Apotheke: Labor, ärztliche Beurteilung, App-Bericht und Logistik. Mehr dazu erfährst du unter Aniva Apotheken “ und im Beitrag „ApoVWG-Leitfaden“.

Erweitere dein Angebot um Blutuntersuchungen

Aniva die Labore, die Testkits, den Versand, die Software und die Unterlagen zum Datenschutz Aniva . Du bietest Bluttests unter deiner eigenen Marke an. Sag uns, welche Tests du brauchst, und wir zeigen dir, wie es funktioniert.

Demo buchen

Dein zukünftiges Ich wartet schon auf dich

Starte jetzt in das gesündeste Jahrzehnt deines Lebens.

Jetzt starten