Ein Immunoblot ist ein Bestätigungstest, der zeigt, welche einzelnen Antikörper in einer Probe vorhanden sind. Er wird nach einem reaktiven Screening-Test eingesetzt, um festzustellen, ob das erste Ergebnis echt ist.
Ein Immunoblot trennt die einzelnen Bestandteile eines Erregers auf und zeigt, gegen welche davon das Immunsystem Antikörper gebildet hat. Das Ergebnis ist also ein Muster und kein simples Ja oder Nein. Ein Muster aus mehreren Komponenten lässt sich durch Zufall viel schwerer erzeugen als eine einzelne Reaktion. Deshalb wird die Methode eingesetzt, um ein Ergebnis zu bestätigen, und nicht, um eines zu finden.
Die Reihenfolge am Tresen ist wichtig, denn das Screening kommt zuerst. Ein Screening-Test ist darauf ausgelegt, möglichst wenig zu übersehen, weshalb er manchmal auch dann reagiert, wenn gar nichts da ist. Ein Schnelltest oder ein Point-of-Care-Test gehört zu dieser ersten Phase, und eine Reaktion dort wirft eher eine Frage auf, als dass sie ein Befund ist, die ein Immunoblot beantworten kann.
Welcher Bestätigungstest folgt, wird nicht in der Apotheke entschieden, denn das akkreditiertes Labor legt den nächsten Schritt fest. Die Wahl des Labors hängt von drei Dingen ab:
Eine Apotheke, die diesen Schritt vorhersagt, liegt damit manchmal falsch, und der Kunde erinnert sich eher an die Vorhersage als an die Korrektur.
Das Material bestimmt nach wie vor das Ergebnis, denn ein Bestätigungstest ist nur so gut wie die Probe, mit der er durchgeführt wird. Die Präanalytik spielt hier eine ebenso große Rolle wie bei jeder anderen Analyse. Die Bitte um eine zweite Probe ist daher ein ganz normaler Teil des Prozesses und kein Zeichen dafür, dass etwas schiefgelaufen ist.
Was man am Tresen sagt, sollte kurz sein: Der erste Test hat eine Frage aufgeworfen, ein zweiter, spezifischerer Test beantwortet sie, und der zweite ist der, der zählt. Der Hinweis, dass das Labor entscheidet, welcher zweite Test durchgeführt wird, sorgt dafür, dass die Apotheke in ihrer Rolle bleibt, und verhindert die Versuchung, jemandem, der noch nicht mit einem Arzt gesprochen hat, ein Bandenmuster vorzulesen.
Ein Immunoblot-Bericht zeigt, auf welche Komponenten das Immunsystem reagiert hat, aber er verrät weder, wann diese Reaktion begann, noch, was als Nächstes zu tun ist. Beide Fragen gehören in die Hände des behandelnden Arztes.
Dieser Glossaressorteil dient als allgemeine Information zum deutschen Apothekenrecht und zur Praxisführung. Er stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte zu deiner eigenen Apotheke wende dich an deine Landesapothekerkammer.