Ein FIT-Stuhltest sucht nach Blut in einer Stuhlprobe, das mit bloßem Auge nicht sichtbar ist. Der Kunde entnimmt die Probe zu Hause, weshalb das Gespräch bei der Übergabe darüber entscheidet, ob sie verwendbar ist.
Ein FIT-Stuhltest ist ein immunologischer Test auf Blut in einer Stuhlprobe, das man mit dem bloßen Auge nicht erkennen kann. Er reagiert auf menschliches Hämoglobin, weshalb die Ernährungseinschränkungen älterer chemischer Methoden hierfür nicht mehr gelten. Die Analyse selbst ist unauffällig, aber die Entnahme ist der schwierige Teil, da sie zu Hause im Badezimmer stattfindet, ohne dass jemand anwesend ist, der einen Fehler korrigieren könnte.
Genau dieser Fakt entscheidet, wie eine Apotheke mit dem Test umgehen sollte, denn das Einzige, was das Team kontrolliert, ist das Gespräch bei der Übergabe. Die Übergabe verdient daher ein paar Minuten Aufmerksamkeit statt nur einer Tüte und einem Nicken:
Ein unbeschriftetes Röhrchen in einer Tüte ist eine Probe, die das Labor ablehnen muss.
Die Lagerung vor der Rücksendung ist der zweite kritische Punkt, denn eine Stuhlprobe ist biologisches Material und wird nicht besser, während sie wartet. Probenstabilität ist hier eine praktische und keine akademische Frage. Das akkreditierte Labor gibt vor, wie lange die Probe bei welcher Temperatur gelagert werden darf, und diese Anweisung gilt es zu befolgen, anstatt sich auf Faustregeln zu verlassen. Sag dem Kunden vor der Mitnahme des Sets, wann die Probe zurückgeschickt werden muss, denn eine Probe, die Tage nach der Entnahme zurückgeschickt wird, liegt meist außerhalb dieses Fensters.
Die letzte Grenze ist das Ergebnis selbst. Ein FIT-Stuhltest wird im Labor analysiert und nicht in der Küche abgelesen, was ihn von einem Selbsttest unterscheidet, den ein Kunde allein auswertet. Das bedeutet auch, dass die Apotheke einen Befundbericht und keinen Messwert weitergibt; ein positiver Befund ist daher ein Grund, zum Arzt zu gehen, und sonst nichts. Die Formulierung am Tresen kann genau das ausdrücken: Die Apotheke händigt den Bericht aus, nennt die Praxis, zu der er geschickt werden soll, und überlässt die Erklärung demjenigen, der den Kunden auch untersuchen kann.
Dieser Glossaressorteil dient als allgemeine Information zum deutschen Apothekenrecht und zur Praxisführung. Er stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte zu deiner eigenen Apotheke wende dich an deine Landesapothekerkammer.