Ein FIT-Stuhltest sucht nach Blut in einer Stuhlprobe, das mit bloßem Auge nicht sichtbar ist. Der Kunde entnimmt die Probe zu Hause, weshalb das Gespräch bei der Übergabe darüber entscheidet, ob sie verwendbar ist.
Ein FIT-Stuhltest ist ein immunologischer Test auf Blut in einer Stuhlprobe, das man mit dem bloßen Auge nicht erkennen kann. Er reagiert auf menschliches Hämoglobin, weshalb die Ernährungseinschränkungen älterer chemischer Methoden hierfür nicht mehr gelten. Die Analyse selbst ist unauffällig, aber die Entnahme ist der schwierige Teil, da sie zu Hause im Badezimmer stattfindet, ohne dass jemand anwesend ist, der einen Fehler korrigieren könnte.
Genau dieser Fakt entscheidet, wie eine Apotheke mit dem Test umgehen sollte, denn das Einzige, was das Team kontrolliert, ist das Gespräch bei der Übergabe. Die Übergabe verdient daher ein paar Minuten Aufmerksamkeit statt nur einer Tüte und einem Nicken:
Ein unbeschriftetes Röhrchen in einer Tüte ist eine Probe, die das Labor ablehnen muss.
Die Lagerung vor der Rückgabe ist die zweite Fehlerquelle, denn eine Stuhlprobe ist biologisches Material und wird beim Warten nicht besser. Die Probenstabilität ist hier eine praktische und keine akademische Frage. Das akkreditierte Labor gibt vor, wie lange und bei welcher Temperatur die Probe aufbewahrt werden darf. Diese Anweisung gilt es zu wiederholen, anstatt sich auf eine Daumenregel vom Tresen zu verlassen. Sag dem Kunden noch vor dem Verlassen der Apotheke, wann die Probe zurückgebracht werden muss, da eine am Freitag entnommene und am folgenden Dienstag abgegebene Probe meist außerhalb dieses Zeitfensters liegt.
Die letzte Grenze ist das Ergebnis selbst. Ein FIT-Stuhltest wird im Labor analysiert und nicht in der Küche abgelesen, was ihn von einem Selbsttest unterscheidet, den ein Kunde allein auswertet. Das bedeutet auch, dass die Apotheke einen Befundbericht und keinen Messwert weitergibt; ein positiver Befund ist daher ein Grund, zum Arzt zu gehen, und sonst nichts. Die Formulierung am Tresen kann genau das ausdrücken: Die Apotheke händigt den Bericht aus, nennt die Praxis, zu der er geschickt werden soll, und überlässt die Erklärung demjenigen, der den Kunden auch untersuchen kann.
Dieser Glossaressorteil dient als allgemeine Information zum deutschen Apothekenrecht und zur Praxisführung. Er stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte zu deiner eigenen Apotheke wende dich an deine Landesapothekerkammer.