Testosteronmangel bedeutet, dass der Körper zu wenig Testosteron produziert. Bei Männern liegt erst dann ein echter Mangel vor, wenn eindeutige Symptome und wiederholt niedrige Werte in morgendlichen Blutproben zusammenkommen – nicht schon, wenn ein einzelner Wert niedrig erscheint.
Testosteron ist das wichtigste männliche Sexualhormon. Es beeinflusst Muskeln, Knochen, Antrieb, Stimmung und Sexualfunktion. Ab etwa dem 40. Lebensjahr sinkt der Spiegel langsam und auf natürliche Weise um etwa ein bis zwei Prozent pro Jahr, weshalb deutsche Endokrinologen sagen, dass es keine plötzliche „männliche Menopause“ gibt.
Ein echter Testosteronmangel ist mehr als nur ein niedriger Wert. Ärzte sprechen von einem Mangel, wenn zwei Dinge zusammenkommen: eindeutige Symptome, zum Beispiel anhaltende Müdigkeit, geringer Sexualtrieb, Muskelabbau oder schlechte Laune, und wiederholt niedrige Werte in morgens entnommenen Blutproben. Der Morgen ist entscheidend, da der Testosteronspiegel früh am Tag am höchsten ist und gegen Abend sinkt – ein Wert, der am Nachmittag gemessen wird, kann daher fälschlicherweise niedrig erscheinen. Eine einzelne Messung reicht für die Diagnose niemals aus.
Es gibt verschiedene alltägliche Faktoren, die den Testosteronspiegel senken, darunter Übergewicht, schlechter Schlaf, starker Alkoholkonsum sowie bestimmte Krankheiten und Medikamente. Manchmal normalisiert sich der Wert wieder, wenn sich diese Umstände ändern.
Wenn dir diese Symptome bekannt vorkommen, solltest du einen Arzt aufsuchen – in der Regel einen Urologen oder Endokrinologen –, der die Werte korrekt messen und andere Ursachen ausschließen kann. Testosteronpräparate ohne nachgewiesenen Mangel und ohne Rezept sind keine gute Idee, und sie auf eigene Faust zu kaufen, ist riskant.
In diesem Glossar wird unter „Nüchternblutabnahme“ die Blutentnahme am Morgen erklärt, und unter „Referenzbereich“ erfährst du, wie du den Bereich neben deinem Wert interpretierst.
Dieser Glossareintrag enthält allgemeine Informationen und stellt keine medizinische Beratung dar. Er dient nicht dazu, eine Erkrankung zu diagnostizieren, zu behandeln oder auszuschließen. Besprich deine individuellen Ergebnisse mit einem Arzt, der deine Krankengeschichte kennt.
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